Vermessung!

Boot, Mast, Segel etc.; alles musste heute, wie immer bei großen Events, vermessen werden. Grade bei den Europa- und Weltmeisterschaften wird vergleichsweise streng darauf geachtet dass jedes Boot die Klassenvorgaben einhält.

Mit dem eigenen Boot in die Vermessung zu gehen ist ja in der Regel Routine: man hat all seinen Kram zusammen und wo es eng sein könnte weiß man auch vorher.

Ein fremdes Boot dagegen kann die ein oder andere Überraschung bereithalten:

Zunächst sollten die nicht einlamierten Ausgleichsgewichte ebenfalls einlaminiert und damit dauerhaft fixiert werden damit man nicht doch auf die Idee kommt diese nachträglich zu entfernen. Nachdem wir im Tausch gegen Bier die dafür erforderlichem Materialien aufgetrieben hatten, stellte sich jedoch beim Wiegen des Bootes heraus, dass dieses gar nicht so leicht war wie vorher angenommen und die Ausgleichsgewichte somit völlig überflüssig waren. Janne zeigte sich als sehr talentiert an Hammer und Meißel und Entferne im Nu die mit der Zeit mit dem Boot verschmolzenen Gewichte.

Mit mehr Sorgen unsererseits war die Feststellung des Vermesser verbunden, dass der Kiel unseres Bootes leider ein bis zwei cm zu dünn ist. Die Vermesser waren jedoch sehr hilfsbereit und verwiesen uns auf Rossy, einen Bootsbauer aus der Gegend. Dieser hat noch heute Abend damit begonnen den Kiel aufzufüllen sodass wir morgen vermutlich mit einem Kiel ganz nach Vorschriften die Vermessung beenden können.

Wenn wir dann noch fix sind beim polieren bleibt morgen vielleicht noch Zeit für eine erste kurze Trainingseinheit bevor wir nachmittags Laura vom Flughafen abholen. Ab morgen Abend sind wir dann also komplett!


Today was the day of measurements (all J24 boats are measured from top to bottom before big events to make sure every boat abides the class rules). We are used to doing this with our own boat, but a charter may give you some surprises: unglassed weights, a quite heavy boat and a too thin keel. We were able to fix the weight problem and a boatbuilder is kindly taking care of the keel tonight. If all goes well, tomorrow we hope to get in a little sail before picking up Laura from the airport. Then the crew will be complete!

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Hi, how are you?

Dear non-German speakers, for you there is a short English summary at the end of the article, please scroll down 🙂

Hier kommen nun unsere ersten Nachrichten aus Kanada. Am vergangen Samstag sind Lotta, Annka, Lisa und Janne mit ausladendem Gepäck nach Kanada geflogen. Nach kurzer Aufregung am Hamburger Flughafen und einem ruhigen Flug sind wir dank CANUSA gut in Toronto gelandet. Von dort aus ging es mit einem Mietwagen nach Georgetown zu Angelika und Günter. Die werden uns für die nächsten zwei Wochen beherbergen. Wir wurden sehr lieb mit einer Suppe empfangen.IMG_7289IMG_7288Am nächsten Tag machten wir uns auf um Toronto zu erkunden. CN Tower , Financial District, und Old Town und auch die Waterkant vom Lake Ontario gefällt uns sehr gut.IMG_7312 Am Montag waren wir bei den Niagarafällen. Die Fotos sprechen für sich.OLYMPUS DIGITAL CAMERAIMG_7387IMG_7380IMG_7373Am Dienstag war dann nochmal Toronto dran. Diesmal die Nord-Süd Runde. Mit ziemlich müden Füßen gingen wir sehr gespannt ins Bett. Morgen, am Mittwoch, wollten wir erst Caren vom Flughafen abholen und sollten dann unser Charterboot bekommen.

Doch es kommt ja meistens anders als man denkt. Carens Flug hatte Verspätung und wir sind ohne sie zum Port Credit Yacht Club gefahren. Nach etwas Warterei kam Tommy (unser Vercharterer ) in  den Hafen gesegelt. Wir haben das Boot mit ihm gekrant, das geschäftliche geregelt…OLYMPUS DIGITAL CAMERAund sind dann nach Toronto gefahren um Caren dort zu treffen und noch einen Drink in einer Rooftopbar zu nehmen. IMG_7402Der Donnerstag startete mit dem üblichen Müsli und einem weiteren Toronto Abstecher (eine wirklich beeindruckende Stadt).

Den Nachmittag haben wir am Boot verbracht. Es wurde geputzt, gebastelt und für die morgige Vermessung vorbereitet.IMG_5194 Es grüßen euch eure Juelssander


4 of 6 crew members left Hamburg on Saturday with lots of luggage. Sunday was spent exploring Toronto; on Monday we went on a trip to Niagra Falls; Tuesday was again a Toronto-day.

On Wednesday we got our charter boat, Caren arrived late and we ended the day in a roof top bar overlooking Toronto. On Thursday we prepared the boat for measurements the next day. Greetings, the Juelssand-Crew

Wiedersehen in Grömitz

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Nach 2008 und 2009 ging es in diesem Jahr wieder zur German Open nach Grömitz in der Lübecker Bucht. Der Grömitzer Yachtclub bot uns bei unseren letzten Besuchen schon ein tolles Segelrevier, reibungsloses Kranen, komplettes Abendprogramm (Verpflegung, Getränke, Musik, Abendsonne) sowie kostenloses Campen mit Blick auf die Bucht. Klar, dass wir dort wieder hinwollten! Es gestaltete sich dann doch unerwartet schwierig eine vollständige Crew auf die Beine zu stellen, da der Termin mit Klausurphasen, Sommerfesten und kurzfristigen Urlaubsvertretungsdiensten kollidierte. Da wir dieses Event aber auf keinen Fall verpassen wollten, entschieden wir uns für laufende Crewwechsel, und so segelten wir am Freitag zu viert, am Samstag zu fünft, am Sonntag zu sechst und mit wechselnden Steuerfrauen.

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Hier wird nichts dem Zufall überlassen. Große Putzaktion vor dem ersten Rennen.

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Nach einem ausgedehnten Frühstück mit frischem Cappuccino in der Sonne fuhren wir am Freitag bei sehr mauem Wind raus und segelten nach einstündiger Startverschiebung ganz entspannt drei Wettfahrten in kurzer Hose und Shirt und viiiiel Sonnencreme. Mit den Platzierungen 7, 4 und 5 standen wir am Abend sogar auf dem 3. Platz von 21 Booten. Allerdings gab es einige Frühstarts, die würde das Ergebnis Einzelner nach dem Streicher noch begünstigen. Am Abend gab es KV-Bier und Grillen im Yachtclub mit allen Crews, anschließend heizte uns unser Stamm-Musiker der J24 Weihnachtsfeier, Jimmy Green, ordentlich ein. Früh morgens fielen wir in die Zelte.

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Vor dem ersten Start, heute zu viert

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Der Samstag startete ebenfalls mau und etwas später als geplant, da war sogar noch Zeit für einen zweiten Kaffee. Plötzlich setzte der Wind ein und wir konnten bei traumhaftem Wetter erneut drei Wettfahrten segeln. Die ersten beiden liefen gut, bei konstant rechts drehendem Wind war die Taktik einfach. Beim dritten Rennen ließ der Wind schon wieder nach doch wir kamen beim Start gut weg und nach ein paar Metern auf der Bahn waren wir erstes Boot. Der Wind drehte weiter und wir fuhren als Dritter um die Luvtonne. Die Wettfahrtleitung zeigte Charlie am Gate (Bahnänderung), dass muss unsere innenfahrende gegnerische Crew so verwirrt haben, dass sie nach passieren der Gatetonne nicht wieder hoch an den Wind ging, sondern mit schlagender Genua halbwinds vom Feld wegsegelte und uns in Lee mitnahm. Nach zweidrei Bootslängen hatten sie die Segel endlich im Griff und fuhren dann auch hoch, allerdings hatte dieses Manöver 5 Boote gekostet die uns in dieser Zeit am anderen Gatefass überholt hatten. Bei weiterhin schwachem, immer weiter rechtsdrehenden Wind schafften wir es nicht wieder auf die rechte Seite, und so verloren wir weitere Boote auf unserem Zickzackkurs durch die Mitte. So gut dieses Rennen angefangen hatte, so schlecht beendeten wir es mit einem 13. Platz als Streicher. Anschließend versuchte die Wettfahrtleitung einen weiteren Start, als jedoch der Wind bei 3 Minuten plötzlich um 100 Grad nach rechts schwenkte war klar, das wird nichts mehr. Der Start wurde abgebrochen und wir fuhren in den Hafen. Im Yachtclub gab es an diesem Abend riesige Lasagne Stücke und Prosecco in der Sonne, später wurde wieder mit der gesamten Klasse getanzt und lauthals mit dem Gitarrenspieler mitgesungen.

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Downwind. Foto von Mitja Meyer

Sonntagmorgen, Szenenwechsel. Es ist grau, windig, ab und zu nieselt es auf den Milchschaum. Wir stellten das Rigg auf die neuen Bedingungen ein und fuhren, diesmal statt in kurzer Hose in voller Ölzeugmontur, hinaus auf die Bahn. Wir starteten bei etwa 14 Knoten Wind und waren fünftes Boot am Luvfass. Der Downwind ging sehr schnell, wir surften die schönen langen Wellen hinunter und fuhren am Ende als drittes Boot über die Ziellinie! Es folgten noch zwei weitere Rennen bei denen der Wind stetig zunahm. Auf der letzten Kreuz hatten wir sehr mit der Genua und den starken Böen zu kämpfen. Beim Spi setzen drückte uns der Wind einmal komplett auf die Seite, sodass wir das komplette Tuch wieder einsammeln und neu setzen mussten. Das kostete etwas Zeit, trotzdem kämpften wir uns noch als 10. Boot ins Ziel.

Da singt das Ruder! Foto von Mitja Meyer

Beim anschließenden Kranen ging zum Glück alles reibungslos, der Regen hörte wieder auf und wir feierten unseren Deutschen Meister Peer Kock und Team! Wir selbst landeten auf dem 8. Platz von 21 Booten, mit allen Einzelplatzierungen in der ersten Hälfte. Unsere Crewwechsel haben toll funktioniert, wir waren trotz wechselnder Positionen hochkonzentriert und haben uns schnell auf neue Handgriffe und Bewegungsabläufe eingestellt. Sollte also in Zukunft mal einer oder sogar zwei ausfallen, bei Leichtwind kein Problem, können wir jetzt!

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Am 27. und 28. August findet die Hamburger Meisterschaft auf der Alster statt. Kommt gern vorbei und besucht uns im HSC!

Bis dahin, eure Juelssander

Zu Gast auf der Juelssand

(Pfingst-Cup 2017 – Glücksburg)

…Wie das wohl so ist, bei der Juelssand an Bord?

fullsizeoutput_21fdIch sollte mir natürlich kein Urteil erlauben, ich bin ja nur einmal mitgekommen. Aber obwohl die Mädchen mir oft und aufrichtig versichert haben, dass das Pfingst-Cup Wochenende in Glücksburg nicht repräsentativ ist, kann ich getrost sagen, dass es anders ist als ich Segeln kenne. Vielleicht habe ich sogar einen kleinen Kulturschock erlebt:

Mein erster Schock war ein Plumpsen im Wasser. Ein Geräusch als würde etwas Kleines, Schweres ins Wasser fallen. Erschrocken schaue ich dem Vorstagbolzen hinterher, der verdammt schnell im Hafenbecken versinkt. Na super, denke ich mir. Am ersten Abend den letzten Bolzen zu versenken ist nicht der ideale Einstieg für ein langes Wochenende mit einer anderen Crew. Gott seid dank ist man mir nicht böse und Gott seid dank hilft man uns aus.

Hier ein kurzes Memo an uns: Wir schulden der Crew vom Pfau einen Bolzen. 

Mein Missgeschick war übrigens nicht das erste des Tages (und sollte nicht das letzte bleiben). Beim Ankoppeln des Trailers an den Vereinsbus im Schulgartenweg, haben wir plötzlich die Kurbel in der Hand und wenn so eine Kurbel erstmal ab ist, geht sie auch nicht so einfach wieder dran. Gut, dass die Mädchen sich zu helfen wissen und wir das ganze Wochenende auch ohne auskommen. Das Gute ist, dass wir jetzt wissen, dass es nur drei (!) Mädchen und zwei Bierkästen braucht, um eine J24 von einer Anhängerkupplung zu heben.

Raggis Opa war so nett uns seine gemütliche Wohnung zum Übernachten zur Verfügung zu stellen. Er ist selbst gerade nicht im Lande, hatte den Schlüssel aber beim Hafenmeister hinterlegt. Nach der späten Anreise, dem Kranen und dem Maststellen hatte das Restaurant im Hafen sowie alle weiteren Etablissements in Glücksburg geschlossen und wir beladen mit leeren Bäuchen den Fahrstuhl, der uns hoch zur Wohnung bringen soll. In diesem Moment entwischt uns wieder etwas elementares, metallenes. Diesmal aus einer hinteren Hosentasche und in den Fahrstuhlschacht. WOW.

Es ist kurz nach elf. Im ganzen Haus sind die Lichter aus und wir haben keinen Schlüssel mehr. Wir sind alle gemeinsam kurz fassungslos. Dann rühren sich alle wieder. Janne beginnt nationale Fahrstuhlnotfallnummern abzutelefonieren. Caren geht zum Bus und bringt alles mit, woraus man vielleicht eine Angel bauen kann. Anka zieht derweilen einen alten Splint aus der Hosentasche den Lotta dann wiederum zu einem Haken biegt und durch einen Tampen schiebt. Damit fischt sie dann, von Lisa und Anka angefeuert, eine kleine Ewigkeit im Schacht herum… so lange, bis sie tatsächlich den verdammten Schlüssel wieder zwischen den Fingern hält. Zeitgleich hat Janne übrigens einen Fahrstuhldienst in unserer Nähe ausfindig gemacht, der gerade zu unserer Rettung aufbrechen wollte. Aber gerettet, haben wir uns ja schon selber.

Ich bin jetzt noch ziemlich baff, wenn ich daran denke. Wirklich ausgezeichnetes Krisenmanagement, liebe Mädchen. Man könnte fast meinen so etwas passiert euch öfter. Vielleicht seid ihr aber auch einfach nur ein super eingespieltes Team.

Am nächsten Morgen ging endlich die Regatta los. Ich finde es generell immer spanend mal mit einer anderen Crew zu segeln. Gerade in der J24 Klasse. Während die Schiffe alle gleich sind, laufen die Dinge an Bord dann ganz anders ab.

Da sind die kleinen Unterschiede, wie dass das Genoa Fall der Juelssand ins Pit läuft und nicht wie auf der Luv am Mast bleibt. Mittelschwere Unterschiede, wie die Tatsache, dass es in den Pausen leckeren Nudelsalat gibt und zum Frühstück Müsli mit Jogurt und frischen Früchten (ich bin noch nie Luv gesegelt ohne in den Genuss von Bacon und/oder Mett gekommen zu sein). Und dann gibt es noch ein Paar gravierende Unterschiede, wie zu Beispiel, dass wir zu sechst an Bord sind und dass es dabei trotzdem viel ruhiger zugeht als ich es gewohnt bin.

Zusammenfassend kann ich also sagen, dass es wirklich sehr schön war an Bord der Juels Sand und dass ich die Luv trotzdem ein bisschen vermisst habe.

Ach ja und zum seglerischen Askept der Regatta: da gibt es nicht so viel zu berichten. Es war eigentlich alles wie immer. Ups and Downs, Sonne und Wolken, kalt an der Kreuz und warm vorm Wind. Ihr kennt das ja.

Lea

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Lea segelt sonst auf der SVAOe J24 „Luv“ – Vielen Dank Lea, dass du unsere übliche Pit-Frau so großartig vertreten hast! Es hat uns großen Spaß gemacht 🙂

Saisonauftakt 2017

Die Winterpause war wie immer viel zu lang, umso mehr haben wir die ersten Wochenenden der Saison auf dem Wasser genossen.

Nachdem wir am letzten März Wochenende am Samstag mit einem Training in die Saison starteten ließ der Wind am Sonntag  auf sich warten sodass wir Zeit für Crew- und Saisonplanung sowie zum Nachholen der noch nicht erledigten Winterarbeiten hatten.

Am ersten April Wochenende standen dann mit der Frühjahrsverbandsregatta auf der Alster die ersten Rennen der Saison an. Doch auch an diesem Wochenende konnten wir nur an einem der geplanten Tage segeln. Am Samstag war zwar schönstes Frühlingswetter aber der Wind blieb aus, sodass nach fünf Stunden gemütlichen Beisammensitzens auf dem Boot und in der Sonne abgebrochen wurde.

Dafür segelten wir dann am Sonntag fünf knackige Rennen. Nachdem wir das erste Rennen nach einem schönen Steuerbordstart als Dritte beendeten war der Saisonauftakt schon gelungen und die Stimmung entsprechend gut. Auch die weiteren Rennen liefen weitgehend gut, ein paar Probleme hatten wir mit den Luv-Tonnen Manövern – aber wir haben jetzt ja wieder eine Saison zum üben vor uns! Insgesamt gab es an dem 7. Platz nach den fünf Rennen nichts zu meckern.

Da wir zwar in gewohnter Konstellation, aufgrund der weiteren Saisonplanung aber das erste Mal mit getauschten Positionen gesegelt sind, war Ziel der letzten beiden Wochenenden insbesondere auch, dass sich alle neu Besetzungen mit Ihren neuen Positionen vertraut machen können. Das hat auch hervorragend funktioniert, Caren hat alles an Speed aus der Genoa raus geholt, Laui im Pit den vollen Überblick gehabt und Janne hat sich auf dem Vorschiff ausgepowert.

Alles in allem ein sonniger und gelungenen Saisonauftakt! IMG_8318IMG_8319

Väterchen Frost auf der Alster

Am Samstagmorgen haben wir uns um zehn Uhr und bei -5 Grad beim HSC an der Alster getroffen. Das ganze Boot war vereist, jede Leine war eingefroren, am Mast hingen kleine Eiszapfen. Wir mussten noch den Mast stellen, doch der passte wegen der ganzen Eisnasen fast nicht mehr durch das Loch im Deck. Außerdem war es ganz schön sportlich auf dem rutschigen Deck, man musste sich immer mit beiden Händen festhalten um nicht auszurutschen.Dann wurde soviel angezogen wie möglich inklusive Mützen, Schals, Handschuhe! Die ganze Alster war neblig, zunächst sah man noch nicht mal das andere Ufer (die Alster sah wie ein riesiges Meer aus!), ausserdem war erstmal gar kein Wind.    

 
Die ersten beiden Starts liefen nicht gut und wir schafften es nicht uns vom Feld frei zu segeln. Auch als der dritte Start besser lief hatten wir Schwierigkeiten eine gescheite Taktik zu fahren, es war absolut nicht zu erkennen wann der sehr schwache Wind wo und warum drehte, verschwand und wiedereinsetzte. Der Nebel verschwand den ganzen Tag nicht, stattdessen hing er in komischen Nebelschwaden ganz tief über dem Wasser, sodass die J’s wie Geisterschiffe aussahen. Überhaupt war es eine ganz merkwürdige Stimmung mit dem Nebel, die Bäume um die Alster herum waren alle vereist und weiß und ab und zu schaffte es die Sonne ganz matt durch den Nebel hindurch zu scheinen. Allen war mega kalt, wir fahren froh, dass es drei recht kurze Rennen waren und es irgendwann vorbei war. Nach dem Segeln gab es im HSC eine heiße Suppe, die tat sehr gut. Danach gab es noch Freibier, das tat noch besser. Wir ließen den Abend in gewohnt lustiger J24-Segler Runde ausklingen.

Am Sonntag trafen wir uns mit Franzbrötchen auf unserem immernoch vereisten Boot. Allerdings hatte sich die Wolkendecke deutlich gelockert und es fühlte sich nicht mehr ganz so eisig an. Kurz vor dem Start entschlossen sich Wind und Sonne uns den letzten Segeltag der Saison doch noch zu versüßen, und so segelten wir bei 6 bis 8 Knoten und immer kräftiger werdender Sonne zwei Top-Ten Platzierungen. Direkt nach dem letzten Zieleinlauf wurde ein letztes Mal abgeklatscht, heimlich eine Träne verdrückt, und ungläubig gefragt, ob die Saison nun wirklich schon wieder vorbei sein soll??


Zurück im Hafen wurde unsere Juelssand abgebaut, gekrant, ausgeräumt, geputzt und für den Winterschlaf eingepackt. Die To-Do’s für die Winterarbeit sammeln sich langsam, Termine für den ersten Glühwein und die Crew Weihnachtsfeier stehen und es geht direkt an die Planung für nächstes Jahr. Soviel sei verraten, es werden wieder viele Kilometer gereist. Oder sollte man lieber von Meilen sprechen…?

Wir freuen uns sehr, dass ihr uns auch in dieser Saison wieder verfolgt und die Daumen gedrückt habt, und wünschen euch nun eine erholsame Advents- und Weihnachtszeit!

Alles Liebe und bis gleich
Eure Juelssander

EM 2016 – Tag 4

Der letzte Tag der EM begann mit grauem Himmel und Flaute. Schnell riss der Himmel jedoch auf, sodass wir schon bald wieder in Shorts unterwegs waren. Der Wind drehte und war recht löchrig, sodass wir erstmal etwas warten mussten bis sich ein konstanter Wind durchsetzte. In der Zwischenzeit wurden wir (wie übrigens schon während des gesamten Events) durch unseren sehr freundlichen Wettfahrtleiter über Funk mit vielen „Sorry“s und „unfortunately“s auf dem Laufenden gehalten.

Als die Bedingungen für konstant genug befunden worden waren wurde gestartet. Wir fuhren nach links raus und verhungerten nach einem recht stumpfen Crash im verschwindenden Wind, während der neue Wind rechts einsetzte… Trotz drastischer Taktik war auf dem inzwischen sehr einseitigen Kurs keiner mehr zu holen.

Im zweiten Rennen stimmte vieles: die Startseite, die Kreuzseite, Höhe und Bootsgeschwindigkeit, die Konzentration 🙂 Und so fuhren wir zu guter Letzt noch auf einen 7. Platz, der die verzweifelnden Gemüter besänftigte.

Am Abend wurden im Royal Western Yacht Club die Sieger und Helfer der Veranstaltung gekürt. Herzlichen Glückwunsch an die Teams auf dem Treppchen: Phoenix (GBR) auf Platz 1, JJOne (GER) auf Platz 2, Gekko (JPN, daher nicht in der EM Wertung) auf Platz 3 und das junge irische Team Kilkullen auf Platz 4, bzw. 3!!! Die Tinto wurde 6., der Hungrige Wolf segelte auf Platz 8 und die Luv auf Platz 11. Für uns endete diese EM auf einem verbesserungswürdigen 24. Platz als erstes Damenteam. Hier die Ergebnisliste. Tolle Bilder vom Wasser gibt es hier!

Vielen Dank an alle mitwirkenden dieser Veranstaltung! Wir hatten eine tolle Woche in Plymouth (vermutlich mit dem besten Wetter des Jahres) und waren beeindruckt von der Hilfsbereitschaft unserer Gastgeber!

Bist bald, eure Juelssander