Practice Race – Montag

Auch als wir heute morgen am See ankamen, zog sich eine graue Nebelwand am Ufer entlang. Diese löste sich jedoch bis Mittags auf, sodass wir nach der ersten Steuermannsbesprechung und einigen Bootsarbeiten bei stahlendem Sonnenschein aufs Wasser fuhren. Nachdem wir dort ca. eine halbe Stunde auf Wind gewartet haben, sind wir bei ca. 4 Knoten erst ein paar Probestarts gefahren und anschließend das für heute geplante Practicerace gesegelt. Gemeldet sind über 70 Boote. Da das Segeln in einem so großen Feld in vielen Punkten ganz anders ist als in kleineren Feldern ist so ein Practicerace zum ,eingrooven’ immer gut. Das galt für uns heute insbesondere auch, da wir gespannt waren den Trimm auf unserem Charterboot in einem Feld zu testen. Zu unserer Freude konnten wir, was Höhe und Speed betrifft, gut mithalten, sodass wir den Trimm vorerst so belassen konnten. Wir hoffen es läuft auch die nächsten Tage entsprechend.

Auch der Start ist in einem Feld mit über 70 Booten eine größere Herausforderung, zumal die Wettfahrtleitung angekündigt hat das Startschiff in der Mitte der Startlinie zu positionieren. Dies führt oftmals dazu, dass es auf der bevorteilten Seite der Linie sehr voll wird. Das bestätigte sich auch heute bei den Probestarts. Zudem ist der Start in so großen Feldern oft noch entscheidender, sodass wir morgen viel daran setzten werden konzentriert gute Starts zu fahren. IMG_7426Zurück an Land wurden wir mit Stegbier empfangen bevor um 18h die Opening Ceremony losging. Während die kanadische Nationalhymne gespielt wurde wurden die Flaggen der 10 teilnehmenden Nationen gehisst.

Nach ein bisschen Barfußtanzen bei Live Musik sind wir jetzt wieder auf dem Weg nach Hause um rechtzeitig ins Bett zu kommen um morgen ausgeschlafen und fit an den Start zu gehen.

* Winschen von Spinnennestern und Dreck befreien und wieder benutzbar machen


Again we arrived at the lake in fog, however this cleared by midday, after we had ‚repaired‘ our winches. The practice race and a couple of practice starts went smoothly and we were satisfied with speed and hight of our boat.

70 boats will be competing in the world championships this week. Sailors have come from 10 nations and in total 3 ladies-only teams are racing. The day ended with the opening ceremony and a bit of barefoot dancing to the live music. Tomorrow the races start…

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Nebel

Der Sonntag begann sehr gemütlich. Auf dem Plan stand hauptsächlich Boot kranen und ein paar erste Probeschläge segeln. 500 Meter vorm Hafen empfing uns eine dicke Nebelsuppe. Daher hatten wir noch ein bisschen Zeit für den Trimm des Riggs und für eine weitere Putzaktion. IMG_9003Gegen halb drei verzog sich dann der Nebel und wir sind raus auf den See der so riesig ist wie ein Meer. Draußen waren dann schon ein paar andere J’s und wir suchten uns verschiedene Boote um Höhe und Geschwindigkeit zu vergleichen. Auch die Manöver brauchten ein paar Veränderungen um so routiniert wie auf unser wunderbaren Juelssand zu laufen.

Als die anderen Boote immer weniger wurden, haben auch wir beschlossen in den Hafen zu segeln. Leider steuerten wir, wie auch die anderen, den falschen Hafen an. Daraufhin bauten wir den Motor an und haben, nachdem uns sämtliche Boote überholt hatten, beschlossen doch den großen Motor einzuwiegen. Der Abend endete mit einem kurzen Besuch im Clubpool und einer Portion Pommes im Clubrestaurant. Später mehr…


500m before pulling up in the sailing club’s parking lot we drove into fog! The fog gave us time to put some more work into rig trim and boat cleaning. At about 2.30pm the fog lifted and we went out to get a first look at our charter boat and how it compared to other boats. On the way back we, along with the other boats, unfortunately steered towards the wrong harbor. In the dying wind we decided to use our small motor, which turned out to be very unreliable and extremely slow, making us decide to take the heavier but more powerful motor along instead in the future.

Vermessung die Zweite

In der Hoffnung die letzten Schritte der Vermessung vormitags schnell hinter uns bringen zu können, um nachmittags noch aufs Wasser zu kommen, starteten wir heute Morgen früh Richtung Hafen. Der Kiel war zwar beim nächsten Vermessungsversuch immernoch ein Tick zu schmal, aber nachdem dann nochmal nachgebessert wurde kamen wir im Dritten Versuch durch.

Dies sollte allerdings nicht die einzige Baustelle bleiben: unser Mast war ca. 2 cm zu kurz ebenso wie das Vorstag. Der Vermesser hatte jedoch direkt einen Schekel zur Hand sodass die Länge des Vorstags schnell korrigiert war.

Um den Mast auf die vorgesehene Länge zu bringen, brauchten wir eine stabile Kunststoffplatte, um diese unter den Mastfuß zu schrauben. Zu unserem Glück hatten die Engländer das gleiche Problem mit ihrem Mast, dieses auch schon gelöst und noch ein perfekt passendes Stück ihrer Kunststoffplatte übrig, welches sie uns überließen. Wir mussten also nur noch passende Löcher in die Schiene des Mastfußes bohren und die Platte anschrauben. Schwubs war auch dieses Problem gelöst.

Während sich die eine Hälfte von uns dem Polieren des Bootes widmete und anschließend Laura vom Flughafen abholte, machte sich die zweite Hälfte daran den Trimm neu einzustellen. Als auch das geschafft war, war es zwar zu spät zum Segeln, aber dafür gab es den ersten Prosecco und den auch noch am Pool des Segelclubs; auch nicht so schlecht.IMG_8994Morgen früh kranen wir dann das Boot ins Wasser und werden anschließend testen wie sich der Lake Ontario als Segelrevier so macht. Wir werden berichten.


With an early start, we tried to get the rest of measurements done today. Although the keel was initially still too thin, it measured after another layer of filler. The next challenges were a forstay too short and a mast too low in the boat; both could be fixed thanks to some helping hands. After completing measurements we polished the boat, picked up our last crew member Laura from the airport, cracked open some prosecco and had a dip in the club pool – not bad at all 🙂 Looking forward to sailing tomorrow!

Vermessung!

Boot, Mast, Segel etc.; alles musste heute, wie immer bei großen Events, vermessen werden. Grade bei den Europa- und Weltmeisterschaften wird vergleichsweise streng darauf geachtet dass jedes Boot die Klassenvorgaben einhält.

Mit dem eigenen Boot in die Vermessung zu gehen ist ja in der Regel Routine: man hat all seinen Kram zusammen und wo es eng sein könnte weiß man auch vorher.

Ein fremdes Boot dagegen kann die ein oder andere Überraschung bereithalten:

Zunächst sollten die nicht einlamierten Ausgleichsgewichte ebenfalls einlaminiert und damit dauerhaft fixiert werden damit man nicht doch auf die Idee kommt diese nachträglich zu entfernen. Nachdem wir im Tausch gegen Bier die dafür erforderlichem Materialien aufgetrieben hatten, stellte sich jedoch beim Wiegen des Bootes heraus, dass dieses gar nicht so leicht war wie vorher angenommen und die Ausgleichsgewichte somit völlig überflüssig waren. Janne zeigte sich als sehr talentiert an Hammer und Meißel und Entferne im Nu die mit der Zeit mit dem Boot verschmolzenen Gewichte.

Mit mehr Sorgen unsererseits war die Feststellung des Vermesser verbunden, dass der Kiel unseres Bootes leider ein bis zwei cm zu dünn ist. Die Vermesser waren jedoch sehr hilfsbereit und verwiesen uns auf Rossy, einen Bootsbauer aus der Gegend. Dieser hat noch heute Abend damit begonnen den Kiel aufzufüllen sodass wir morgen vermutlich mit einem Kiel ganz nach Vorschriften die Vermessung beenden können.

Wenn wir dann noch fix sind beim polieren bleibt morgen vielleicht noch Zeit für eine erste kurze Trainingseinheit bevor wir nachmittags Laura vom Flughafen abholen. Ab morgen Abend sind wir dann also komplett!


Today was the day of measurements (all J24 boats are measured from top to bottom before big events to make sure every boat abides the class rules). We are used to doing this with our own boat, but a charter may give you some surprises: unglassed weights, a quite heavy boat and a too thin keel. We were able to fix the weight problem and a boatbuilder is kindly taking care of the keel tonight. If all goes well, tomorrow we hope to get in a little sail before picking up Laura from the airport. Then the crew will be complete!

Hi, how are you?

Dear non-German speakers, for you there is a short English summary at the end of the article, please scroll down 🙂

Hier kommen nun unsere ersten Nachrichten aus Kanada. Am vergangen Samstag sind Lotta, Annka, Lisa und Janne mit ausladendem Gepäck nach Kanada geflogen. Nach kurzer Aufregung am Hamburger Flughafen und einem ruhigen Flug sind wir dank CANUSA gut in Toronto gelandet. Von dort aus ging es mit einem Mietwagen nach Georgetown zu Angelika und Günter. Die werden uns für die nächsten zwei Wochen beherbergen. Wir wurden sehr lieb mit einer Suppe empfangen.IMG_7289IMG_7288Am nächsten Tag machten wir uns auf um Toronto zu erkunden. CN Tower , Financial District, und Old Town und auch die Waterkant vom Lake Ontario gefällt uns sehr gut.IMG_7312 Am Montag waren wir bei den Niagarafällen. Die Fotos sprechen für sich.OLYMPUS DIGITAL CAMERAIMG_7387IMG_7380IMG_7373Am Dienstag war dann nochmal Toronto dran. Diesmal die Nord-Süd Runde. Mit ziemlich müden Füßen gingen wir sehr gespannt ins Bett. Morgen, am Mittwoch, wollten wir erst Caren vom Flughafen abholen und sollten dann unser Charterboot bekommen.

Doch es kommt ja meistens anders als man denkt. Carens Flug hatte Verspätung und wir sind ohne sie zum Port Credit Yacht Club gefahren. Nach etwas Warterei kam Tommy (unser Vercharterer ) in  den Hafen gesegelt. Wir haben das Boot mit ihm gekrant, das geschäftliche geregelt…OLYMPUS DIGITAL CAMERAund sind dann nach Toronto gefahren um Caren dort zu treffen und noch einen Drink in einer Rooftopbar zu nehmen. IMG_7402Der Donnerstag startete mit dem üblichen Müsli und einem weiteren Toronto Abstecher (eine wirklich beeindruckende Stadt).

Den Nachmittag haben wir am Boot verbracht. Es wurde geputzt, gebastelt und für die morgige Vermessung vorbereitet.IMG_5194 Es grüßen euch eure Juelssander


4 of 6 crew members left Hamburg on Saturday with lots of luggage. Sunday was spent exploring Toronto; on Monday we went on a trip to Niagra Falls; Tuesday was again a Toronto-day.

On Wednesday we got our charter boat, Caren arrived late and we ended the day in a roof top bar overlooking Toronto. On Thursday we prepared the boat for measurements the next day. Greetings, the Juelssand-Crew

Wiedersehen in Grömitz

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Nach 2008 und 2009 ging es in diesem Jahr wieder zur German Open nach Grömitz in der Lübecker Bucht. Der Grömitzer Yachtclub bot uns bei unseren letzten Besuchen schon ein tolles Segelrevier, reibungsloses Kranen, komplettes Abendprogramm (Verpflegung, Getränke, Musik, Abendsonne) sowie kostenloses Campen mit Blick auf die Bucht. Klar, dass wir dort wieder hinwollten! Es gestaltete sich dann doch unerwartet schwierig eine vollständige Crew auf die Beine zu stellen, da der Termin mit Klausurphasen, Sommerfesten und kurzfristigen Urlaubsvertretungsdiensten kollidierte. Da wir dieses Event aber auf keinen Fall verpassen wollten, entschieden wir uns für laufende Crewwechsel, und so segelten wir am Freitag zu viert, am Samstag zu fünft, am Sonntag zu sechst und mit wechselnden Steuerfrauen.

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Hier wird nichts dem Zufall überlassen. Große Putzaktion vor dem ersten Rennen.

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Nach einem ausgedehnten Frühstück mit frischem Cappuccino in der Sonne fuhren wir am Freitag bei sehr mauem Wind raus und segelten nach einstündiger Startverschiebung ganz entspannt drei Wettfahrten in kurzer Hose und Shirt und viiiiel Sonnencreme. Mit den Platzierungen 7, 4 und 5 standen wir am Abend sogar auf dem 3. Platz von 21 Booten. Allerdings gab es einige Frühstarts, die würde das Ergebnis Einzelner nach dem Streicher noch begünstigen. Am Abend gab es KV-Bier und Grillen im Yachtclub mit allen Crews, anschließend heizte uns unser Stamm-Musiker der J24 Weihnachtsfeier, Jimmy Green, ordentlich ein. Früh morgens fielen wir in die Zelte.

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Vor dem ersten Start, heute zu viert

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Der Samstag startete ebenfalls mau und etwas später als geplant, da war sogar noch Zeit für einen zweiten Kaffee. Plötzlich setzte der Wind ein und wir konnten bei traumhaftem Wetter erneut drei Wettfahrten segeln. Die ersten beiden liefen gut, bei konstant rechts drehendem Wind war die Taktik einfach. Beim dritten Rennen ließ der Wind schon wieder nach doch wir kamen beim Start gut weg und nach ein paar Metern auf der Bahn waren wir erstes Boot. Der Wind drehte weiter und wir fuhren als Dritter um die Luvtonne. Die Wettfahrtleitung zeigte Charlie am Gate (Bahnänderung), dass muss unsere innenfahrende gegnerische Crew so verwirrt haben, dass sie nach passieren der Gatetonne nicht wieder hoch an den Wind ging, sondern mit schlagender Genua halbwinds vom Feld wegsegelte und uns in Lee mitnahm. Nach zweidrei Bootslängen hatten sie die Segel endlich im Griff und fuhren dann auch hoch, allerdings hatte dieses Manöver 5 Boote gekostet die uns in dieser Zeit am anderen Gatefass überholt hatten. Bei weiterhin schwachem, immer weiter rechtsdrehenden Wind schafften wir es nicht wieder auf die rechte Seite, und so verloren wir weitere Boote auf unserem Zickzackkurs durch die Mitte. So gut dieses Rennen angefangen hatte, so schlecht beendeten wir es mit einem 13. Platz als Streicher. Anschließend versuchte die Wettfahrtleitung einen weiteren Start, als jedoch der Wind bei 3 Minuten plötzlich um 100 Grad nach rechts schwenkte war klar, das wird nichts mehr. Der Start wurde abgebrochen und wir fuhren in den Hafen. Im Yachtclub gab es an diesem Abend riesige Lasagne Stücke und Prosecco in der Sonne, später wurde wieder mit der gesamten Klasse getanzt und lauthals mit dem Gitarrenspieler mitgesungen.

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Downwind. Foto von Mitja Meyer

Sonntagmorgen, Szenenwechsel. Es ist grau, windig, ab und zu nieselt es auf den Milchschaum. Wir stellten das Rigg auf die neuen Bedingungen ein und fuhren, diesmal statt in kurzer Hose in voller Ölzeugmontur, hinaus auf die Bahn. Wir starteten bei etwa 14 Knoten Wind und waren fünftes Boot am Luvfass. Der Downwind ging sehr schnell, wir surften die schönen langen Wellen hinunter und fuhren am Ende als drittes Boot über die Ziellinie! Es folgten noch zwei weitere Rennen bei denen der Wind stetig zunahm. Auf der letzten Kreuz hatten wir sehr mit der Genua und den starken Böen zu kämpfen. Beim Spi setzen drückte uns der Wind einmal komplett auf die Seite, sodass wir das komplette Tuch wieder einsammeln und neu setzen mussten. Das kostete etwas Zeit, trotzdem kämpften wir uns noch als 10. Boot ins Ziel.

Da singt das Ruder! Foto von Mitja Meyer

Beim anschließenden Kranen ging zum Glück alles reibungslos, der Regen hörte wieder auf und wir feierten unseren Deutschen Meister Peer Kock und Team! Wir selbst landeten auf dem 8. Platz von 21 Booten, mit allen Einzelplatzierungen in der ersten Hälfte. Unsere Crewwechsel haben toll funktioniert, wir waren trotz wechselnder Positionen hochkonzentriert und haben uns schnell auf neue Handgriffe und Bewegungsabläufe eingestellt. Sollte also in Zukunft mal einer oder sogar zwei ausfallen, bei Leichtwind kein Problem, können wir jetzt!

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Am 27. und 28. August findet die Hamburger Meisterschaft auf der Alster statt. Kommt gern vorbei und besucht uns im HSC!

Bis dahin, eure Juelssander

Zu Gast auf der Juelssand

(Pfingst-Cup 2017 – Glücksburg)

…Wie das wohl so ist, bei der Juelssand an Bord?

fullsizeoutput_21fdIch sollte mir natürlich kein Urteil erlauben, ich bin ja nur einmal mitgekommen. Aber obwohl die Mädchen mir oft und aufrichtig versichert haben, dass das Pfingst-Cup Wochenende in Glücksburg nicht repräsentativ ist, kann ich getrost sagen, dass es anders ist als ich Segeln kenne. Vielleicht habe ich sogar einen kleinen Kulturschock erlebt:

Mein erster Schock war ein Plumpsen im Wasser. Ein Geräusch als würde etwas Kleines, Schweres ins Wasser fallen. Erschrocken schaue ich dem Vorstagbolzen hinterher, der verdammt schnell im Hafenbecken versinkt. Na super, denke ich mir. Am ersten Abend den letzten Bolzen zu versenken ist nicht der ideale Einstieg für ein langes Wochenende mit einer anderen Crew. Gott seid dank ist man mir nicht böse und Gott seid dank hilft man uns aus.

Hier ein kurzes Memo an uns: Wir schulden der Crew vom Pfau einen Bolzen. 

Mein Missgeschick war übrigens nicht das erste des Tages (und sollte nicht das letzte bleiben). Beim Ankoppeln des Trailers an den Vereinsbus im Schulgartenweg, haben wir plötzlich die Kurbel in der Hand und wenn so eine Kurbel erstmal ab ist, geht sie auch nicht so einfach wieder dran. Gut, dass die Mädchen sich zu helfen wissen und wir das ganze Wochenende auch ohne auskommen. Das Gute ist, dass wir jetzt wissen, dass es nur drei (!) Mädchen und zwei Bierkästen braucht, um eine J24 von einer Anhängerkupplung zu heben.

Raggis Opa war so nett uns seine gemütliche Wohnung zum Übernachten zur Verfügung zu stellen. Er ist selbst gerade nicht im Lande, hatte den Schlüssel aber beim Hafenmeister hinterlegt. Nach der späten Anreise, dem Kranen und dem Maststellen hatte das Restaurant im Hafen sowie alle weiteren Etablissements in Glücksburg geschlossen und wir beladen mit leeren Bäuchen den Fahrstuhl, der uns hoch zur Wohnung bringen soll. In diesem Moment entwischt uns wieder etwas elementares, metallenes. Diesmal aus einer hinteren Hosentasche und in den Fahrstuhlschacht. WOW.

Es ist kurz nach elf. Im ganzen Haus sind die Lichter aus und wir haben keinen Schlüssel mehr. Wir sind alle gemeinsam kurz fassungslos. Dann rühren sich alle wieder. Janne beginnt nationale Fahrstuhlnotfallnummern abzutelefonieren. Caren geht zum Bus und bringt alles mit, woraus man vielleicht eine Angel bauen kann. Anka zieht derweilen einen alten Splint aus der Hosentasche den Lotta dann wiederum zu einem Haken biegt und durch einen Tampen schiebt. Damit fischt sie dann, von Lisa und Anka angefeuert, eine kleine Ewigkeit im Schacht herum… so lange, bis sie tatsächlich den verdammten Schlüssel wieder zwischen den Fingern hält. Zeitgleich hat Janne übrigens einen Fahrstuhldienst in unserer Nähe ausfindig gemacht, der gerade zu unserer Rettung aufbrechen wollte. Aber gerettet, haben wir uns ja schon selber.

Ich bin jetzt noch ziemlich baff, wenn ich daran denke. Wirklich ausgezeichnetes Krisenmanagement, liebe Mädchen. Man könnte fast meinen so etwas passiert euch öfter. Vielleicht seid ihr aber auch einfach nur ein super eingespieltes Team.

Am nächsten Morgen ging endlich die Regatta los. Ich finde es generell immer spanend mal mit einer anderen Crew zu segeln. Gerade in der J24 Klasse. Während die Schiffe alle gleich sind, laufen die Dinge an Bord dann ganz anders ab.

Da sind die kleinen Unterschiede, wie dass das Genoa Fall der Juelssand ins Pit läuft und nicht wie auf der Luv am Mast bleibt. Mittelschwere Unterschiede, wie die Tatsache, dass es in den Pausen leckeren Nudelsalat gibt und zum Frühstück Müsli mit Jogurt und frischen Früchten (ich bin noch nie Luv gesegelt ohne in den Genuss von Bacon und/oder Mett gekommen zu sein). Und dann gibt es noch ein Paar gravierende Unterschiede, wie zu Beispiel, dass wir zu sechst an Bord sind und dass es dabei trotzdem viel ruhiger zugeht als ich es gewohnt bin.

Zusammenfassend kann ich also sagen, dass es wirklich sehr schön war an Bord der Juels Sand und dass ich die Luv trotzdem ein bisschen vermisst habe.

Ach ja und zum seglerischen Askept der Regatta: da gibt es nicht so viel zu berichten. Es war eigentlich alles wie immer. Ups and Downs, Sonne und Wolken, kalt an der Kreuz und warm vorm Wind. Ihr kennt das ja.

Lea

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Lea segelt sonst auf der SVAOe J24 „Luv“ – Vielen Dank Lea, dass du unsere übliche Pit-Frau so großartig vertreten hast! Es hat uns großen Spaß gemacht 🙂